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Die Python im Hühnerstall

“Eine Kobra ist im Hühnerstall!” Rachide war ganz ausser sich. “Sie hat schon ein Huhn verschluckt.” Ich stand in der Mangofabrik mitten im Hochbetrieb, aber ich wusste, wir mussten schnell handeln. Nicht wegen dem Huhn, sondern der Schlange! Sie wäre nicht die erste, die mir die Angestellten in zwei Teilen präsentierten. Meistens sind sie klein und harmlos, aber man geht dort in solchen Angelegenheiten lieber auf Nummer sicher.

Also rannten wir übers Areal in den Garten zum Hühnerstall, um die Kobra zu retten, die natürlich keine Kobra war. Artenbestimmung von Schlangen interessiert im Dorf niemanden. Es gibt dort Spezien, deren Gift einen Elefanten umlegen kann. Fazit für die Locals: Alle Schlangen sind Kobras und tote Kobras sind gute Kobras.

Wir hatten Glück: die Männer im Garten hatten zwar die Macheten gezückt, aber das Tier hatte sich im Stall verschanzt wie ein Räuber in der umzingelten Bank. Mit einem langen Bambus stiessen wir die Tür auf. Da lag sie, eingerollt in der Ecke, mit einer Huhn-grossen Ausbuchtung im Bauch: eine wunderschöne Python mit typischem Hundskopf und Handtaschenmuster.

Ein wunderschönes Tier, mit vereinten Kräften gerettet

“Rachide, hilf mir, die Kobra einzufangen. Hol einen grossen Kübel mit Deckel.” Selten so einen bleichen Mosambikaner gesehen. “Keine Angst, es passiert dir nichts, versprochen!” Seine Begeisterung war regelrecht zu spüren. Kopfschüttelnd ging er in Richtung Materiallager davon, während ich im Büro unseren Schlangenfänger holte.

Der Schlangenfänger: eine wunderbar einfache Erfindung, die Maya aus dem Snake Handler Kurs in Südafrika mitgebracht hatte. Kurz gesagt, ein Skistock, der am Ende zu einem Haken gebogen ist. Damit kann man Schlangen aus sicherer Distanz einfädeln und aufheben, ohne gebissen zu werden. Soweit jedenfalls die Theorie. Ich hatte das Ding noch nie benutzt.

Jetzt standen wir im Hühnerstall hinter der Tür, bewaffnet mit Kübel und Skistock. Der Python in der anderen Ecke wurde es zu ungemütlich. Mit dem Huhn im Bauch war sie kaum kampfbereit, also würgte sie es wieder hoch! Es war kein schöner Anblick. Etwa, als wäre der Vogel zuerst in einen Ölteppich und dann unter eine Dampfwalze geraten.

“Rachide, ich hebe die Schlange hoch, lege sie in den Kübel, und du machst den Deckel drauf. Okay?” Die Python hatte andere Vorstellungen, doch nach einigen gescheiterten Versuchen hatte ich sie sauber aufgegabelt und konnte sie tatsächlich in den Eimer transferieren. “Rachide, jetzt!” Doch Rachide brachten keine zehn Pferde in die Nähe der Kobra. Stattdessen warf er den Deckel quer durch den Stall auf den Kübel. Dort prallte er ab, der Eimer kippte um, die Schlange sprang auf und Rachide und ich stürzten kreischend zur Stalltür hinaus.

Rachide und Selemani sind sich noch nicht sicher, ob sie die Kobra wirklich rauslassen sollen

Wir brauchten noch einige Versuche, bis wir es endlich schafften, das Tier einzufangen. Ganz unversehrt, nur ohne ihr Mittagessen. Rachide band den Deckel mit einer ganzen Rolle Schnur und dutzenden von Sicherheitsknoten auf den Kübel. Nun war es mir wirklich nicht recht, aber jemand musste im Auto neben dem Kübel sitzen und ihn festhalten, während wir hinter den Hügel fuhren, um die Python freizulassen. “Rachide…?”

Unsere Python-Kobra auf dem Heimweg

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