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“Startup und Familie? Kein Problem!”

Sie strotzt vor Energie, explodiert fast vor positiver Einstellung. Ihre “Can-Do Attitude” strahlt von der Plakatwand herab quer über die Strasse und haut mich fast um. Wofür sie wirbt, weiss ich nicht, kann es mir nicht merken. Zu sehr bin ich in den Bann gezogen von dieser Unternehmerin-Mutter-Superheldin. Aber ihr Slogan brennt sich in mein Gedächtnis ein: “Startup und Familie? Kein Problem!”

Ich reisse mich vom Werbeposter los und stosse den Kinderwagen weiter, die Rolltreppe hinunter in die Bahnhofsunterführung. Wir sind spät dran, der Kleine braucht dringend sein Abendessen, sonst gibt es ein Drama. Was soll ich kochen? Der Kühlschrank ist fast leer, aber jetzt noch einkaufen, zur Stosszeit nach Feierabend? Nachher muss ich unbedingt noch meine Inbox durcharbeiten, morgen bin ich am Marktstand und komme nicht dazu. Hoffentlich schläft er schnell ein…

“Kein Problem!” scheint mir die Supermutter-Jungunternehmerin nachzurufen. Ich mache wahrscheinlich etwas falsch mit meinem eigenen Startup und meiner Familie. Von der Leichtigkeit, mit der sie mit links ihre Projekte zum Erfolg führt und gleichzeitig ihre Kinder grosszieht, spüre ich in dem Moment jedenfalls nichts.

Schön für sie, dass sie scheinbar nie gestresst ist, egal, was ihr das Leben abverlangt. Wahrscheinlich sind ihre Kinder kleine Engelchen, die vom ersten Tag an jede Nacht durchschliefen und selbst auf die Toilette gingen. Vielleicht geniesst sie es, am zwischen Schulter und Ohr geklemmten Handy mit Lieferanten zu diskutieren und gleichzeitig ihrem Baby Brei zu füttern.

Mein Leben ist jedenfalls anders. Auf mein Mangoprojekt bin ich stolz und meine Familie bedeutet mir alles. Aber die beiden zu vereinbaren, ist hart. Immer wieder drängen sich schmerzhafte Kompromisse auf zwischen Sandkasten und Emails, Sonntagsausflug und Überstunden, Familienferien und Businesstrips. Zeit für mich selbst ist an vielen Tagen gar kein Thema.

Aber das ist auch gut so. Die Idee, dass das Leben problemlos sein soll, ist mir mittlerweile völlig fremd. Woran soll man denn wachsen, wenn alles einfach ist? Wie soll man denn besser werden, wenn man nie Fehler macht als Unternehmer, Vater, Mensch? Die besten Qualitäten kultivieren sich nicht von selbst, zum Beispiel Geduld, Bescheidenheit, Dankbarkeit.

So dreht es in meinem Kopf auf dem Nachhauseweg. Supermum hat einen Nerv getroffen. Jetzt sind meine Füsse kalt, aber wir sind schon fast zuhause. Mal sehen, was ich Znacht koche. Irgendetwas wird mir schon einfallen.

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